Den Pflegebedürftigen möglichst viele alltägliche Dinge selbst machen lassen – das kostet zwar Zeit, wirkt aber aktivierend und sinnstiftend.

Für viele pflegebedürftige Menschen ist es anstrengend, sich eigenhändig zu betätigen und zu bewegen. So kann beispielsweise nach einem Schlaganfall jeder einzelne Handgriff zum Kraftakt werden. Umso wichtiger ist es, Betroffene zur Selbstständigkeit anzuspornen. Denn nur so kann es gelingen, vorhandene Fähigkeiten zu erhalten und zu fördern.

Mehr Selbstständigkeit wagen

Aktivierende Pflege nennen Fachleute das Konzept, das auf mehr Selbstvertrauen zielt. Etwa bei der Körperpflege. Wenn man nur den Ellenbogen des Pflegebedürftigen stützt oder die Hand führt, kann der Betroffene meist selbst mit dem Waschlappen durch sein Gesicht fahren. Solche vertrauten Handgriffe sitzen auch bei körperlicher Einschränkung rasch – und fördern die Geschicklichkeit, weil das Gehirn neue Impulse erhält. Grundsätzlich gilt: den Pflegebedürftigen möglichst viel selbst machen lassen und ihm nicht alle Aufgaben abnehmen. Das mag zwar etwas länger dauern, zahlt sich aber für alle Betroffenen langfristig aus. Denn wer nichts selbst machen darf, wird immer hilfloser und auch die Pflege dauert dann am Ende noch länger.

Der Betroffene bestimmt das Tempo

Zwei Regeln sollten bei einer aktivierenden Pflege auf jeden Fall beachtet werden: Erstens, der zu Pflegende gibt das Tempo vor. Und zweitens: Fordern, nicht überfordern, ist die Devise. Denn alles hängt immer auch von der jeweiligen Tagesform ab – und die variiert bezüglich Kraft und Stimmung. Wichtig ist zudem, das Miteinander besonders einfühlsam zu gestalten. So kann es zum Beispiel ratsam sein, den zu Pflegenden auch mal ganz allein für sich werkeln zu lassen, um etwa in aller Ruhe sein Hemd zuzuknöpfen. Denn wer hat es schon gern, dass ständig jemand neben ihm steht und ihm sagt, was er zu tun hat!

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